
Barrierefreie Dusche planen: 10 Profi‑Tipps & Maße
25. Januar 2026Barrierefreies Bad planen: Sicherheit, Komfort und Werterhalt
Ein gut geplantes altersgerechtes Badezimmer verhindert Stürze, ermöglicht längere Selbstständigkeit im eigenen Zuhause und erhöht den Immobilienwert. Das ist kein theoretisches Ideal, das ist Alltag: In unserer Werkstatt in München sehen wir immer wieder, wie kleine Eingriffe großen Unterschied machen — von einer rutschfesten Oberfläche bis zur wandverstärkten Stelle für Haltegriffe.
Dieses Praxis‑Handbuch führt Sie durch die wichtigsten Normen, zeigt, wie Sie Maßnahmen priorisieren, stellt bewährte Produkte vor und erklärt, welche Förderhilfen es gibt. Am Ende finden Sie eine sofort nutzbare Checkliste und einen klaren Fahrplan für die Umsetzung.
Worum es wirklich geht — Bewegungsfreiheit, sichere Oberflächen, erreichbare Bedienung
Barrierefrei ist Gestaltung: Es geht nicht um Krankenhausästhetik, sondern um Alltagstauglichkeit. Drei Ziele sind zentral.
Erstens: Bewegungsfreiheit. Vor WC, Dusche und Waschtisch sollten ausreichend Transfer‑ und Wendeflächen vorhanden sein, damit Rollatoren oder Rollstühle manövrieren können.
Zweitens: sichere Oberflächen und stabile Griffe. Rutschhemmende Beläge und fachgerecht befestigte Handläufe verhindern Stürze.
Drittens: erreichbare Armaturen und Ablagen. Einhebelmischer, ergonomische Hebel und Ablagen in Sitzhöhe erleichtern die Nutzung.
Wichtig: Entscheidungen früh treffen spart Geld. Schon beim Fliesenlegen sollte man Wandverstärkungen für spätere Haltegriffe vorsehen — hinterher nachrüsten ist teurer.
DIN 18040‑2 kurz und praktisch
Die DIN 18040‑2 legt Mindestanforderungen für barrierefreie Wohnungen fest und ist die wichtigste Orientierung für Badplanung. Kurz zusammengefasst:
Die lichte Türbreite sollte mindestens 80 cm betragen; für komfortable Rollstuhlnutzung sind 90 cm empfehlenswert. Bewegungsflächen vor Sanitärobjekten: mindestens 120 × 120 cm; empfehlenswert sind 150 × 150 cm für besseren Komfort und Begegnungen. Bedien‑ und Achsmaße für sitzende Nutzung liegen bei rund 85 cm über Fertigfußboden (FF) — das gilt für Waschtischachsen oder Thermostatventile.
Bei Duschen ist eine bodengleiche Lösung sinnvoll: Gefälle 0,5–2 % zur Entwässerung, maximal 2 cm Absenkung zulässig oder alternativ Linien‑/Rinnenentwässerung. Der Belag muss rutschhemmend sein (z. B. R10 / Bewertungsgruppe B). Messen Sie alle Maße ab Fertigfußboden (FF) und planen Sie Wandverstärkungen für Griffe ein.
Hinweis: Landesbauordnungen und Verwaltungspraxis können abweichen. Bei Unsicherheiten immer die aktuelle Norm oder das zuständige Bauamt konsultieren. Weiterführende Informationen zur DIN 18040‑2 und ihren Anforderungen sowie eine technische Einordnung zu barrierefreien Sanitärräumen finden Sie ergänzend auf Fachseiten wie Baunetzwissen — Barrierefreie Sanitärräume nach DIN 18040‑2.
Planen und umsetzen — der Praxis‑Fahrplan mit einem lokalen Fachbetrieb
- Bestandsaufnahme & Fotos: Aufmaß, Fotodokumentation und technische Prüfung (Leitungsführung, Estrichhöhe, Zugänglichkeit für Entwässerung).
- Erstberatung vor Ort: Wir bei COX HLS bieten eine kostenlose Vor‑Ort‑Einschätzung: Prioritäten klären, Aufmaß, erster Fördercheck. Nutzen Sie unsere Informationen zur Sanitärtechnik in München für Details zu Service und Leistungen.
- Konzept & Angebot:Varianten anbieten — Sofortmaßnahmen versus Komplettumbau — mit klaren Zeit‑ und Kostenangaben.
- Förderanträge vorbereiten: Angebote und Nachweise zusammenstellen; bei Bedarf unterstützen wir bei der Einreichung.
- Bauphase: Demontage, Rohinstallation Sanitär und Elektro, Abdichtung, Fliesen/Beläge, Montage der Sanitärobjekte. Auch Lüftungs‑ und Trocknungsmaßnahmen können wichtig sein — mehr zu unseren Leistungen im Bereich Lüftung.
- Abnahme & Einweisung:Übergabe mit Funktionsprüfung und Dokumentation für Förderstellen; unser Service umfasst Wartung und 24/7‑Notdienst.
Zeiträume: Sofortmaßnahmen dauern 1–3 Tage, ein Wannen‑zu‑Dusche‑Umbau 3–7 Tage, ein Komplettbad in Bestand typischerweise 2–6 Wochen — abhängig von Umfang, Altbaubefunden und Materialwahl. In München sind zusätzliche Zeitpuffer für Lieferungen und eventuelle Bauschäden einzuplanen.
Welche Maßnahmen zuerst? Prioritäten nach Aufwand und Wirkung
Beginnen Sie dort, wo Risiko und Nutzen am größten sind. Sofortmaßnahmen bringen oft das größte Sicherheitsplus bei geringem Aufwand: rutschfeste Beschichtung oder Antirutsch‑Matten, mobile Saugnapf‑Griffe und ein stabiler Duschsitz. Diese Lösungen sind schnell lieferbar und kostengünstig.
Mittelfristige Arbeiten umfassen den Austausch der Wanne gegen eine bodengleiche Dusche, feste Haltegriffe, erhöhte WC‑Sitze oder unterfahrbare Waschtische sowie Türverbreiterungen. Kostenrahmen je Maßnahme: Wanne→Dusche meist 2.500–9.000 € (in München tendenziell im oberen Bereich), Haltegriffe und Montage 150–2.000 €, Türverbreiterung ab ca. 1.500 €.
Komplexe Maßnahmen wie komplette Neuplanung, Hebeanlagen oder Wannenlifte sind langfristig zu sehen; ein kompletter Badumbau liegt typischerweise zwischen 8.000 und 25.000 €, je nach Umfang und Materialwahl.
Priorisierungs‑Check: Entscheiden Sie nach Sicherheitsrelevanz, Nutzerprofil, verfügbarem Budget und Förderfähigkeit. Förderfähige Maßnahmen sollten Sie vor Baubeginn beantragen.
Praktische Produkte und bewährte Lösungen
Bodengleiche Duschen: Systemlösungen wie Schlüter KERDI‑SHOWER oder wedi Fundo erlauben normkonforme Abdichtung und unterschiedliche Entwässerungsarten. Für eine vertiefte Planung zur bodengleichen Dusche empfehlen wir unseren Beitrag Barrierefreie Dusche planen: 10 Profi‑Tipps & Maße. Komplettsysteme beginnen marktüblich bei einigen hundert Euro; inklusive fachgerechter Abdichtung und Flieseninstallation rechnen Sie mit mehreren tausend Euro.
Dusch‑WC und höhenverstellbare Toiletten (z. B. Pressalit, Duravit) erhöhen Hygiene und Komfort; höhenverstellbare Lösungen liegen typischerweise zwischen 1.000 und 3.000 €.
Haltesysteme, Klappsitze und Stützgriffe: Achten Sie auf Lastaufnahme, Material und Einbau in tragfähige Wandbereiche. Preislich finden sich Einzelgriffe ab ca. 50 €, Sets oder fest montierte Lösungen ab einigen hundert Euro.
Rutschhemmende Maßnahmen: SWISSGriP‑Beschichtungen, rutschfeste Matten oder wasserfeste Vinyl‑Böden eignen sich als kurzfristige Lösungen; dauerhafte Fliesen mit R10 sind robuster, aber aufwändiger zu verlegen.
Designtipp: Barrierearm bedeutet nicht steril. Kontrastfarben, flächenbündige Ablagen und minimalistische Armaturen verbinden Funktion mit ansprechender Optik.
Fördermittel, Antragsschritte & Ihre Checkliste zum Start
Aktuelle Fördertöpfe: Das KfW‑Programm 455‑B startet voraussichtlich im Frühjahr 2026 mit einem Investitionszuschuss (max. ca. 6.250 €). Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 € bei anerkanntem Pflegegrad. In Bayern können Landesprogramme zusätzliche Unterstützung bieten.
Wichtig: Anträge vor Baubeginn stellen, Angebote und Fotos bereithalten und Rechnungen sorgfältig sammeln. Bei der Pflegekasse benötigen Sie Kostenvoranschläge und eine Begründung der Notwendigkeit; bei KfW ist die genaue Modalität noch bekannt zu geben — früh planen lohnt.
Checkliste zum Kopieren:
- Fotos + Aufmaß erstellen (Datum notieren).
- Primäre Bedürfnisse klären (altersgerecht / rollstuhlgerecht).
- Vor‑Ort‑Termin mit einem Fachbetrieb vereinbaren (z. B. COX HLS) für Fördercheck; weitere Hinweise und Praxisbeispiele finden Sie in unserem Ratgeber.
- 2–3 Angebote einholen; Förderfähigkeit prüfen.
- Förderanträge stellen und Bewilligung abwarten (falls erforderlich).
- Bautermin planen; während der Arbeiten Fotos und Zwischenabnahmen dokumentieren.
- Endabnahme, Rechnungen sichern und Förderabrechnung einreichen.
Häufige Fehler vermeiden: Antrag nach Beginn der Arbeiten stellen, fehlende Wandverstärkung für Griffe, falsche Rutschklasse wählen oder unvollständige Dokumentation.
Fazit
Mit guter Planung verbinden Sie Sicherheit, Komfort und Werterhalt. Nutzen Sie gezielte Sofortmaßnahmen und planen Sie langfristig mit Normen und Förderungen im Blick.
Wenn Sie in München oder Umgebung planen, bieten wir bei COX HLS eine kostenlose Vor‑Ort‑Einschätzung und Förderberatung. Rufen Sie unsere Direktleitung an — kein Call‑Center, sondern ein lokaler Techniker, der Ihre Situation kennt. Bei Notfällen sind wir 24/7 erreichbar. Weitere Kontakt‑ und Firmendaten finden Sie in unserem Impressum.


