
Sanitärtechnik in München
15. Juni 2025Barrierefreie Dusche: Warum gute Planung Zeit und Nerven spart?
In München sehen wir bei der COX HLS oft denselben Fehler: Umbau beginnt, bevor Maße, Ablauf und Fördermöglichkeiten geklärt sind. Das kostet Zeit, Geld und oft Nerven. Dieser Leitfaden fasst die zehn wichtigsten Profi‑Punkte zusammen, die Ihnen helfen, eine bodengleiche Dusche sinnvoll zu planen — mit klaren Maßen, praktischen Entscheidungen zu Ablauf und Abdichtung, Empfehlungen für Ausstattung sowie realistischen Kosten und Förderhinweisen.
Wesentliche Maße & Normen verständlich erklärt
Die entscheidenden Vorgaben stehen in der DIN 18040‑2: Für eine barrierefrei nutzbare Dusche benötigen Sie mindestens 120 × 120 cm freie Bewegungsfläche. Für die uneingeschränkte Nutzung mit Rollstuhl sind 150 × 150 cm vorgeschrieben. Diese Flächen erlauben den Einsatz von Duschstühlen oder Rollatoren und sind Planungsgrundlage für Türanschlag und Waschplatz.
Bodengleichheit bedeutet in der Praxis: kein Stufenversatz in den Duschbereich. Technisch ist eine geringe Absenkung möglich — in vielen Fällen bis zu 2 cm — damit der Ablauf eingebaut werden kann. Das Gefälle innerhalb der Duschfläche sollte 2 % nicht überschreiten (also maximal 2 cm pro Laufmeter). Das hat Folgen für Fliesenwahl und Unterbau: Große Formate verlangen eine saubere Gefälleausbildung oder geeignete Entwässerungslösungen.
Rutschhemmung: Für barfußnasse Bereiche gilt mindestens Bewertungsgruppe B (DIN 51097), bei gefliesten Duschen ist R10 (DIN 51130) die Mindestempfehlung; R11 ist bei hohem Feuchtigkeitsaufkommen sinnvoll. Prüfen Sie die Herstellerangaben — rutschfeste Oberflächen altern und sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Praxistipp COX HLS: Messen Sie zuerst die nutzbare Fläche ohne Möbel. Notieren Sie Türbreite und Schwellenhöhe. In Münchner Altbauten sind häufig Estrichlagen oder Türschwellen das Problem — messen Sie die Estrichhöhe am Türrahmen und die Schwellenhöhe zur angrenzenden Fläche; das gibt schnell ein realistisches Bild, ob eine Dusche ohne größere Rohbauarbeiten möglich ist.
Ablaufarten & Abdichtung: Wann Duschrinne, wann Punktablauf?
Für Nachrüstungen empfiehlt sich meist eine linienförmige Duschrinne: Sie erlaubt ein einseitiges Gefälle, hat eine höhere Ablaufleistung und harmoniert mit großformatigen Fliesen. Rinnen lassen sich wandbündig installieren und reduzieren Stolperstellen. Für die fachgerechte Umsetzung bieten wir umfassende Sanitär‑Leistungen. Praktische Hinweise zur Planung barrierefreier Duschen finden Sie zudem bei Planungstipps für barrierefreie Duschen.
Punktabläufe sind kompakter und günstiger, verlangen aber häufig ein vierseitiges Gefälle und kleinen Fliesen (Mosaik), was bei Renovierungen zusätzlichen Aufwand bedeutet.
Bei Regen‑ oder Kopfbrausen ist die Ablaufleistung entscheidend — moderne Rinnen bewältigen deutlich mehr Wasser als klassische Punktabläufe; das sorgt für trockeneren Boden und weniger Spritzwasser im Bad.
Abdichtung: Verbindliche Dichtigkeit ist Pflicht. Flüssigabdichtungen und Verbundsysteme (z. B. Fliesendichtungsbahnen oder Herstellerlösungen wie Schlüter‑KERDI) sind gängig. In Altbauten mit Holzbalkendecken empfehlen sich vorgefertigte Systeme (z. B. Fundo Ligno‑Varianten) oder Pumpensysteme bei sehr geringer Aufbauhöhe. Achten Sie im Angebot des Handwerkers auf die genauen Komponenten (Dichtmanschetten, rissüberbrückende Schlämmen nach DIN 18534, geprüftes Ablaufsystem) und auf eine Dichtigkeitsprüfung vor Fliesenabschluss. Weiterführende Hinweise zur Abdichtung nach DIN 18534 finden Sie in einem Fachbeitrag zur Abdichtung von bodengleichen Duschen: Abdichtung nach DIN 18534.
Reinigung und Wartung: Prüfen Sie, ob der Siphon oder Revisionsöffnung leicht zugänglich ist. Linienabläufe sind oft leichter zu reinigen; bei Punktabläufen planen Sie regelmäßige Kontrolle des Geruchsverschlusses ein.
Entscheidungshilfe: Ist die Aufbauhöhe gering oder die Decke empfindlich (Holzbalken)? Dann vorgefertigte Elemente oder Linienablauf mit geringem Aufbau bevorzugen. Ist es ein Neubau mit starker Estrichlage und kompakter Duschfläche, kann ein Punktablauf wirtschaftlich sein.
Ausstattung: Sitz, Haltegriffe, Armaturen und rutschfeste Beläge
Sitzlösungen: Klappbare Sitze sparen Platz und sind ideal, wenn die Dusche von mehreren Personen genutzt wird. Für dauerhafte Nutzung empfehlen wir fest eingebaute Sitze mit verstärkter Wand-Unterkonstruktion. Empfohlene Einbauhöhen liegen üblicherweise zwischen 45–50 cm; die Belastbarkeit sollte mindestens 150 kg betragen — in vielen Fällen sind 200 kg die bessere Wahl.
Haltegriffe: Positionieren Sie mindestens einen waagerechten Griff entlang der Sitzfläche und einen senkrechten Griff nahe der Einstiegssituation. Haltegriffe müssen auf eine massive Unterkonstruktion montiert werden; reine Gipskarton‑Wände sind ohne Verstärkung ungeeignet. Fordern Sie im Angebot die Nachweise zur Wandverstärkung.
Armaturen: Thermostatarmaturen mit Verbrühschutz sind Pflicht für sichere Nutzung. Eine höhenverstellbare Handbrause erleichtert die Nutzung im Sitzen; Bedienelemente sollten auch aus Sitzposition erreichbar sein (niedrigere Montagehöhe als bei rein stehender Nutzung). Unsere Sanitär‑Services umfassen die fachgerechte Auswahl und Montage geeigneter Armaturen.
Bodenbelag: Wählen Sie Fliesen, die die Bewertungsgruppe B / R10 erfüllen; für erhöhte Sicherheit R11. Großformatige Feinsteinzeug-Fliesen sind möglich, wenn das Gefälle zur Entwässerung passt oder eine Linienrinne eingesetzt wird. Eine Fußbodenheizung erhöht den Komfort, ist jedoch bei Nachrüstung mit höheren Kosten und Planungsaufwand verbunden. Konkrete Empfehlungen zu Fliesen, Rutschhemmung und barrierefreiem Bodenaufbau finden Sie beim Fliesenverband: Barrierefreies Bad.
Kosten & Fördermöglichkeiten: realistische Zahlen und Antrags‑Tipps
Typische Kostenrahmen: Umbau mit Restschwelle beginnt etwa bei 3.650–4.500 €. Eine vollständige, bodengleiche Lösung startet bei rund 6.000 € und kann je nach Material und Umfang auf 12.000 € oder mehr steigen. Komplettbäder (inkl. WC, Waschtisch, neue Elektrik) liegen häufig zwischen 8.000–15.000 €.
Förderung: Bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € als Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Das KfW‑Programm 159 «Altersgerecht Umbauen» bietet zinsgünstige Kredite bis zu 50.000 € pro Wohneinheit; Antrag muss vor Maßnahmebeginn gestellt werden. Bayern und Kommunen bieten teils zusätzliche zinslose Darlehen oder Zuschüsse — prüfen Sie lokale Angebote. Detaillierte Hinweise zu möglichen Zuschüssen für ein barrierefreies Bad helfen bei der Einordnung.
Antragspraxis: Antrag vor Beginn stellen, Arbeiten von einem Fachbetrieb ausführen lassen, Angebote und Schlussrechnungen aufbewahren, Fotos der Baustelle als Nachweis. Häufige Fehler: Maßnahmen bereits beauftragt oder begonnen, bevor der Antrag gestellt wurde; fehlende detaillierte Angebote.
Servicehinweis COX HLS: Wir erstellen förderfähige Kostenvoranschläge, helfen bei der Kostenschätzung und bereiten Unterlagen für Pflegekasse und KfW vor — so steigt die Chance auf volle Anrechnung. Mehr zu unseren Leistungen & Services in München und Umgebung.
So läuft der Umbau ab: Von Aufmaß bis Abnahme
- Bedarfsgespräch & Aufmaß: Wir prüfen Bewegungsflächen, Schwellen und Estrichaufbau vor Ort und halten Maße schriftlich fest (siehe unsereSanierung).
- Technik‑ und Materialwahl: Ablauf (Rinne vs. Punkt), Abdichtungssystem und Fliesenformat wählen; mindestens zwei Angebote einholen.
- Bestellung & Terminplanung: Materialien ordern, Puffer für Trockenzeiten (Estrich) einplanen.
- Abriss & Rohinstallation: Ablaufkonstruktion einbauen, Abdichtung ausführen, Estrich/Gefälle herstellen, anschließend Fliesen verlegen und Armaturen montieren.
- Dichtigkeitsprüfung & Abnahme: Vor Fugenabschluss testen, Endkontrolle auf Rutschhemmung, Haltegriffe, Ablaufleistung; Dokumentation für Förderung übergeben.
Zeithorizont: Kleine Umbauten 1–3 Tage (Austausch), komplette Renovierungen mehrere Wochen. Häufige Störfaktoren sind Estrichtrocknungszeiten und zusätzliche Elektro‑oder Installationsarbeiten.
Kompakte Checkliste & Entscheidungshelfer zum Ausdrucken
- Vor dem Termin: Raummaße, nutzbare Fläche notieren (passt 120×120 oder 150×150?), Fotos machen, Schwellenhöhe messen.
- Technik & Material: Entscheidung Rinne oder Punktablauf, Fliesenformat, Abdichtungssystem, Sitz/Haltegriffe, Thermostat.
- Finanzierung prüfen: Pflegegrad‑Bescheid, KfW‑Antrag vor Beginn, lokale Zuschüsse erfragen.
- Fragen an den Handwerker: Gibt es Wandverstärkung? Welche Abdichtung wird verwendet? Zugang zum Siphon? Belastbarkeit der Griffe?
- Abschluss: Schriftlicher Kostenvoranschlag, Fotodokumentation für Förderung, Termin für Abnahme vereinbaren.
Gratis‑Service: Die COX HLS bietet kostenfreie Vor‑Ort‑Beratung in München und Umgebung, erstellt verbindliche Angebote und unterstützt bei Förderanträgen. Sprechen Sie uns an — direkte Ansprechpartner, kein Callcenter.
Mehr zu unseren Projekten in Ihrer Region: Sanierung München | Badsanierung.
Fazit
Eine bodengleiche Dusche gelingt, wenn Maße, Ablaufart, Abdichtung und Ausstattung von Anfang an zusammen gedacht werden. Prüfen Sie Bewegungsflächen (120×120 / 150×150), wählen Sie die Ablaufart passend zur Bausituation und sichern Sie Fördermittel rechtzeitig. Wenn Sie möchten, kommen wir von COX HLS vorbei, messen auf, erstellen ein förderfähiges Angebot und begleiten Sie vom ersten Beratungstermin bis zur Abnahme.
Ein kurzer Anruf oder eine E‑Mail genügt – wir beraten kostenfrei und unverbindlich vor Ort.
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